ANERKENNUNG NICHT-HOCHSCHULISCHER KOMPETENZEN


Was ist der Meister wert?
Anerkennung von nicht-hochschulisch erworbenen Kompetenzen in Bachelor-Studiengängen

Mit der Einführung von anwendungsorientierten Bachelor- und Master-Studiengängen soll das Qualifikationsniveau der beruflichen Ausbildung in Deutschland nachhaltig gesteigert werden. Dabei ist aber bis heute unklar, welche Überdeckungen zwischen Qualifikationsebenen und -systemen der beruflichen und der akademischen Ausbildungen bestehen, beispielsweise zwischen den Aufstiegsfortbildungen zum Meister, Techniker oder Fachwirt und fachlich ähnlich ausgerichteten Bachelor-Programmen. Deshalb taucht beimÜbergang zwischen den Qualifikationssystemen regelmäßigdas Problem auf, welche Kompetenzen ausVorausbildungen anrechenbar sind.

Pauschales Anerkennungsverfahrens
Im Projekt der FHDW Hannover – in Kooperation mitdem Zentralverband des Deutschen Handwerks, demBundesverband Metall und der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade – soll erstmals ein pauschalesAnerkennungsverfahren entwickelt werden,das die bisher üblichen Einzelfallbetrachtungen durchein System verlässlicher Anerkennungsregelungen ersetzt. Dieses pauschale Anerkennungsverfahren wird exemplarisch für Absolventinnen und Absolventen der Aus- und Fortbildungen zur/zum

  • Kfz-Meisterin / Kfz-Meister bzw. Kfz-Mechatronikerin / Kfz-Mechatroniker
  • Landmaschinenmechanikermeisterin / Landmaschinenmechanikermeister bzw. Mechanikerin oder Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik

erprobt, die ein Studium im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen aufnehmen wollen.

Deskriptorensystem
Die Lernergebnisse der o. g. Aus- und Weiterbildungsgängewerden dabei mithilfe der Deskriptoren desDeutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR) beschrieben. Die Deskriptoren erfassen, welche Kompetenzen mit welchem Qualifikationsniveauin einer Ausbildung erreicht werden. Grundsätzlichwerden dabei Fachkompetenzen, unterteilt nachWissen und Fertigkeiten, sowie personale Kompetenzen,unterteilt nach Sozialkompetenz und Selbstständigkeit, unterschieden. Die Kompetenzbeschreibungwird durch eine Niveauzuordnung ergänzt, diedie „Komplexität und Dynamik der jeweiligen Arbeitsbereiche“widerspiegelt.

Vergleichbarkeit der Lernergebnisse
Da der DQR mit dem Qualifikationsrahmen für Deutsche Hochschulabschlüsse kompatibel ist, können beiAnwendung der entsprechenden Deskriptoren dieLernergebnisse nicht-hochschulischer und hochschulischerBildungsgänge verglichen werden. Aus demVergleich ergeben sich unmittelbar die anerkennungsfähigen Lernergebnisse: Eine Anerkennung ist möglich,wenn die Lernergebnisse einer Vorausbildung mitden Lernergebnissen bestimmter Module eines Studiengangs weitgehend übereinstimmen.

Erste Ergebnisse
Erste Projektergebnisse zeigen, dass Learning Outcomes im Umfang von 75 Credit Points anerkennungsfähigsind. Im weiteren Projektverlauf ist zu untersuchen, ob die Studierenden tatsächlichin einem Hochschulstudium das Kompetenzniveaunachweisen, das die pauschale Anerkennung von 75 Credit Points rechtfertigt.